
GESCHICHTE
maison de Décugis
Das stolze Gebäude des Galata Antique Hotel Istanbul war ursprünglich die Winterresidenz der französisch-levantinischen Familie Décugis. Das Haus wurde 1881 erbaut und ist somit eines der ältesten Gebäude aus Stein im Stadtteil Taksim & Pera.

60 Jahre lang lebte Monsieur Henri Hypollite Décugis hier zusammen mit seiner Familie. Décugis war ein levantinisch-französischer Geschäftsmann - ein charismatischer Mensch, der sich in Pera schnell einen Namen gemacht hat.
Sein Geschäft, das ''Constantinople-Pera'' befand sich in der Grand Rue de Pera (heute die Istiklal Straße) im ersten Stock des Botter Apartments, das als eines der schönsten Beispiele für die Epoche des Istanbuler Jugendstils gilt. Décugis handelte mit wertvollen Antiquitäten, Porzellan und Kristall. Er war ein Meister seines Berufs und galt in seiner Branche als ehrlicher Geschäftsmann mit hohen ethischen Ansprüchen. Seine feinen Porzellan-Service, die Silberbestecke von Christofle und Kristalllüster zierten zu seiner Zeit die feinsten Adressen der Stadt, wie den Dolmabahce Palast, das Pera Palast Hotel und die Markiz Pattiserie.
Nach dem Tod seiner Frau zog er sich in sein Haus zurück und ließ zum Zeichen seiner Trauer sämtliche Fenster verdunkeln. Monsieur Décugis starb im Jahre 1942. Sein Grab befindet sich auf dem katholischen Friedhof Feriköy in Istanbul.

Alexandre Vallaury war der talentierte und bemerkenswerte Architekt des Familiensitzes der Décugis. Es gibt Spekulationen über seine Nationalität, jedoch war er allgemein als Franzose bekannt. 1850 wurde er als Sohn einer levantinischen Familie geboren. Sein Studium der Architektur absolvierte er an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. Von der Französischen Ehrenlegion erhielt er einen Orden und von der Französischen und Ottomanischen Regierung weitere zahlreiche Auszeichnungen.
Die Herrenhäuser der prominentesten Familien der Stadt befanden sich in Tepebasi und Pera, und ihr Architekt hat entscheidend zur Entwicklung des äußeren Charakters der Istanbuler Stadtbezirke Taksim, Pera und Galata beigetragen. Vallaurys architektonischer Ansatz war die Synthese der islamisch-osmanischen und neo-klassizistischen Stile in all ihrer Bandbreite und Variantenvielfalt. In manchen Bauwerken verschmelzen auch Neo-Renaissance und neo-osmanische Elemente miteinander, auch verwendete er gelegentlich Motive internationaler orientalischer Stile. An manchen Gebäuden gelang es ihm auch neo-osmanische Elemente wiederum mit Neo-Barock und sogar dem Jugendstil zusammen zu bringen.
Vallaury ist zusammen mit Raimondo D'Aronco der Erbauer zahlreicher beeindruckender Bauten in Istanbul. Dazu gehören: das Pera Palast Hotel, das Café Marquise, die Ottoman Bank, die Union Francaise, die Emek Passage in der Istiklal Straße, der Cemil Topuzlu Pasha Pavillon, das Istanbuler Lyzeum, das Archäologische Museum in Istanbul, das griechische Waisenhaus Buyukada, die Hidayet Moschee in Eminonu, das Hafengebäude Afif Pasa und die medizinischen Fakultät der Marmara Universität.











